Au Pair FAQ
Au Pair - ein Traum vieler, um das Leben und den Alltag in einem neuen Land kennenzulernen, indem man selbst Teil davon wird. Du möchtest auch gerne als Au Pair ins Ausland gehen? Stehst du noch am Anfang deiner Recherche? Oder bist du schon auf dem Sprung ins Ausland? So oder so erfährst du hier Antworten zu den wichtigsten Themen rund um deine Gastfamilie und Tipps für deine Zeit als Au Pair.
- Wie werde ich Au Pair?
- Was sollte ich vorher bedenken?
- Welche Fragen sollte ich meiner Au Pair Familie stellen?
- Tipps für Au Pairs
Wie werde ich Au Pair?
Der einfachste Weg, Au Pair zu werden, ist über eine Agentur.
Du kannst angeben, in welches Land du gehen möchtest oder welche Sprachen du sprichst und dementsprechend werden dir Gastfamilien vorgestellt und dein Matching-Prozess kann losgehen!
Eine Agentur hat viele Vorteile, denn so hast du zum Beispiel immer einen Ansprechpartner vor Ort, kannst einfacher andere Au Pairs kennenlernen oder weißt mit Gewissheit, dass die Gastfamilien von der Agentur geprüft wurden.
Beachte, dass ein Teil einer Agentur zu sein in manchen Ländern sogar Pflicht ist, wie in den USA.
Was sollte ich als Au Pair vorher bedenken?
Als Au Pair erwartet dich ein spannender Lebensabschnitt. Jedoch sollte dir auch bewusst sein, dass die Arbeit mit Kindern kein Zuckerschlecken ist. Du trägst die Verantwortung für deine Gastkinder und du musst dich an einen neuen Lebensstil und Alltag anpassen. Zudem wohnst du sozusagen mit deinem Arbeitgeber zusammen und da kann es manchmal schwierig sein, Freizeit und Arbeit voneinander zu trennen.
Dazu kommt auch, dass du in einem dir wahrscheinlich fremden Land sein wirst, weit weg von zu Hause, deinem gewohnten Umfeld und von Freunden und Familie. Du wirst vermutlich mit neuen Regeln, Verhaltens- oder Umgangsweisen konfrontiert, was zu Beginn etwas schwierig sein kann.
Wenn du bei Gesprächen mit deiner Gastfamilie schon mehr über die Kinder erfahren hast, kannst du dich auch im Vorfeld ein wenig auf deinen Aufenthalt vorbereiten. Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten, die dir den Einstieg erleichtern werden. Du kennst ihr Alter und welche Themen sie gerne mögen? Vielleicht gibt es ein Buch, das du ihnen zeigen kannst oder einen Ausflug, den du mit ihnen unternehmen möchtest.
Auch für dich selbst darfst du nicht vergessen, genügend Ideen für deine Freizeit mitzubringen. Ob Bücher oder ein kleines Instrument – etwas, womit du dich an deinen freien Tagen beschäftigen kannst, wenn du gerade mal nicht mit den Kindern oder am Reisen bist. Ebenso kannst du dich schon einmal darüber informieren, was du an deinem neuen Wohnort unternehmen kannst.
Welche Fragen sollte ich meiner Au Pair Familie stellen?
Sobald du dich dazu entschieden hast, als Au Pair ins Ausland zu gehen, kommt einiges an Planung auf dich zu. Um eine passende Gastfamilie zu finden, wirst du in Matching-Prozessen via Telefon oder Online-Gespräche öfters mit den Familienmitgliedern reden. Das Ziel dabei ist es, mehr über den Alltag der Kinder zu erfahren und euch gegenseitig besser kennenzulernen.
Gute Fragen, um deine Gastfamilie kennenzulernen wären zum Beispiel:
Über die Kinder:
- Wie viele Kinder habt ihr? Wie alt sind sie und wie heißen sie?
- Wie würdet ihr die Charakter eurer Kinder beschreiben?
- Kommen eure Kinder gut mit neuen Leuten zurecht?
- Was machen eure Kinder in ihrer Freizeit? Nehmen eure Kinder an Aktivitäten nach der Schule teil?
- Wird es meine Aufgabe sein, die Kinder zur Schule und zu anderen Aktivitäten zu fahren?
- Welche Sprachen sprechen und lernen die Kinder?
- Bestraft ihr eure Kinder, wenn sie nicht gehorchen? Falls ja, wie?
- Haben die Kinder Allergien? Haben sie ein Lieblingsessen?
Über die Eltern/Familie:
- Hattet ihr schon einmal ein Au Pair? Wenn ja, wie lief es? Welche Erfahrungen konntet ihr machen?
- Warum möchtet ihr ein Au Pair aufnehmen? Was ist eure Motivation?
- Was macht ihr beruflich? Wo arbeitet ihr und wie sehen die Arbeitszeiten aus?
- Könnte ich euch auf der Arbeit anrufen, falls es einen Notfall gibt?
- Wie sieht euer Alltag aus? Wie gestaltet ihr eure Wochenenden?
- Habt ihr besondere Familienaktivitäten oder Traditionen, die ihr gemeinsam macht?
- Seid ihr eine aktive Familie? Mögt ihr Sport? Reist ihr gerne?
- Gibt es wichtige Regeln in eurem Haushalt?
- Befolgt eure Familie eine spezielle Ernährungsweise?
Über das Land/ die Stadt und dein neues Zuhause:
- Wie ist das Wetter in eurer Gegend? Was sollte ich einpacken?
- Habt ihr Wifi? Werde ich Internetzugang haben?
- Werde ich Zugang zu einem Computer haben? Sollte ich meinen Laptop mitbringen?
- Kennt ihr andere Au Pairs oder Familien in der Nachbarschaft, die ein Au Pair haben?
- Gibt es bei euch einen guten öffentlichen Nahverkehr? Oder bekomme ich ein Auto zur Verfügung gestellt?
- Was kann man in der Gegend unternehmen? Habt ihr Tipps/ Vorschläge?
Über deinen Alltag als Au Pair:
- Was erwartet ihr von mir als eurem Au Pair? Welche Aufgaben werden auf mich zukommen?
- Wie sehen die Arbeitszeiten aus?
- Darf ich Freunde zu euch nach Hause einladen?
- Könnt ihr mir mein Zimmer zeigen?
Tipps für Au Pairs
Um deine Zeit als Au Pair angenehm und unvergesslich zu gestalten, folgen hier noch ein paar alltägliche Tipps für dich und deine Zeit im Ausland:
Wähle deine Gastfamilie mit Bedacht und lerne sie vorab kennen
Deine Gastfamilie ist ein bedeutender Teil deines Au Pair Aufenthalts und wird deine Familie auf Zeit. Es bietet sich also an, sich schon vorab per Skype, Telefon oder E-Mail mit ihnen zu unterhalten und offene Fragen zu klären. Es ist auch wichtig, erste Erwartungen zu klären, damit weder du noch deine Gastfamilie enttäuscht werden.
Verbringe Zeit mit deiner Gastfamilie und gestalte deine Freizeit
Um die Familie noch besser kennenzulernen, solltest du versuchen, viel Zeit mit ihnen zu verbringen und ihnen auch die Chance geben, dich kennenzulernen. All dies vielleicht auch, wenn dein “Arbeitstag” schon vorbei ist, z.B. beim gemeinsamen Abendessen.
Dir sollte aber auch bewusst sein, dass du als Au Pair viel Zeit alleine verbringst. Eine Freizeitbeschäftigung zu finden, die einen Ausgleich zum Alltag darstellt, ist also bedeutsam. Es bietet sich zum Beispiel an, einen Sprachkurs zu belegen, mit anderen Au Pairs in Kontakt zu treten oder vielleicht auch einem Sportclub oder Gym beizutreten.
Teile deine Kultur und Werte mit deiner Gastfamilie
Als Au Pair wirst du automatisch Teil eines Bildungs- und Kulturaustauschs und dieser wird umso intensiver, desto mehr auch du dein Leben mit deiner Gastfamilie teilst. Dies kann ganz einfach sein, indem du mit ihnen über dein Land, deine Region und Traditionen, die in deinem Leben eine Rolle spielen, sprichst. Du kannst ihnen auch ein paar Worte auf deiner Sprache beibringen oder vielleicht ein typisches Gericht für sie kochen. Den Kindern kannst du Spiele und Lieder aus deiner Heimat beibringen.
Fühl dich wie zu Hause und verhalte dich auch so
Um dich in deiner Gastfamilie wohl zu fühlen, solltest du dich verhalten, wie du es auch zu Hause tun würdest. Halte vor allem gemeinschaftlich genutzte Räume, wie die Küche, das Wohnzimmer, das Bad oder auch das Auto sauber. Je nach Absprache mit deinen Gasteltern, übernimm auch mal den Abwasch oder die Wäsche. Gleichzeitig bedenke aber auch, dass du dir einen Feierabend verdienst und dich zurückziehen solltest, wenn du dich danach fühlst.
Sei geduldig und gefühlvoll mit den Kindern
Jeder Anfang ist schwierig, also starte nicht mit zu hohen Erwartungen in deine ersten Arbeitstage. Kinder brauchen Zeit, um sich an die neue Person in ihrem Leben zu gewöhnen und selbst wenn sie mal frech sind, quengeln oder einfach nicht hören wollen, solltest du versuchen ruhig und höflich zu bleiben.
Kommuniziere mit deinen Gasteltern
Kommunikation mit deinen Gasteltern ist das A und O! Ob es um Sachen Erziehung der Kinder, Verhaltensregeln oder Fragen zum Haushalt geht – hab keine Scheu, mit deinen Gasteltern zu reden! Da zwei Kulturen aufeinander treffen, ist es kein Wunder, dass es verschiedene Verhaltens- und Denkweisen bei manchen Themen gibt. Während du versuchen solltest, die Ansichten deiner Gastfamilie zu verstehen, brauchst du dich gleichzeitig aber auch nicht unterdrückt zu fühlen. Sprich Unstimmigkeiten an, auch wenn sie noch so klein sind, bevor sie sich ansammeln und es schwieriger wird, ein Gespräch zu suchen.
(Bildquelle: Unsplash)



