Folge "Wege ins Ausland" bei Facebook Folge "Wege ins Ausland" auf Instagram

Ein komplettes Studium im Ausland?

Du möchtest nicht nur einige Semester sondern deinen Bachelor oder Master im Ausland absolvieren? Ein komplettes Auslandsstudium lohnt sich in vielerlei Hinsicht: Du lernst eine neue Sprache, machst dich mit einer fremden Kultur vertraut und erweiterst deinen Horizont. All das sind wichtige Qualifikationen die dich sicherlich auch in deiner beruflichen Zukunft weiterbringen.

Jedoch gibt es einiges zu berücksichtigen – nicht für jeden Studienbereich ist ein Vollstudium im Ausland empfehlenswert. Ein komplettes Studium im Ausland erfordert eine Menge Organisation und ist mit hohen Kosten verbunden. Auch die Anerkennung von Abschlüssen muss vorher geprüft werden.

Beweggründe für ein Studium im Ausland

Beweggründe für ein Studium im Ausland

I haven't been everywhere but it's on my list - Susan Sontag

Ein häufiger, aber nicht der einzige Beweggrund im Ausland zu studieren ist ein hoher Numerus Clausus in Deutschland. Denn, anders als in Deutschland, haben eine Vielzahl an europäischen Hochschulen in Europa keine Zulassungsbeschränkungen für Studiengänge wie Medizin, Psychologie oder Kommunikationswissenschaft. Stattdessen müssen Bewerber/innen eine Eignungsprüfung bzw. eine Aufnahmeprüfung ablegen (z.B. in Ungarn, Tschechien, den Niederlanden, Großbritannien oder Österreich und weiteren Ländern).

Bachelor, Master oder Promotion im Ausland

Ein Vollzeitstudium im Ausland bietet sich nach dem Abitur in Form eines Bachelorstudiums an. Studierende können aber auch nach dem Abschluss ihres Bachelors im deutschsprachigen Raum ein Masterstudium im Ausland anhängen. Es gibt eine Vielzahl an Masterstudiengängen im Ausland, die so in Deutschland nicht existieren und für eine Spezialisierung Sinn machen. Eine Promotion (PhD) im Ausland im Bereich Forschung/Wissenschaft bietet sich vor allem für Absolvent/innen an, die eine internationale Karriere anstreben.

In Europa studieren

Durch die Einführung der Bologna-Reform im Jahr 1999 werden Studienabschlüsse in Europa zunehmend als gleichwertig betrachtet und anerkannt. Vor allem die Anerkennung des Medizinstudiums im europäischen Ausland ist meist problemlos möglich. Dennoch können sich die Studieninhalte verwandter Studienfächer je nach Zielland stark unterscheiden. Viele Universitäten, etwa in Osteuropa oder Skandinavien, aber auch in den Niederlanden, bieten darüber hinaus englischsprachige Studiengänge an. Großer Beliebtheit erfreuen sich u.a. Länder wie Österreich, Großbritannien, Niederlande, Schweiz, Frankreich, Schweden und Dänemark.

Außerhalb Europas studieren

Tipps

Achtung:

Ein Wechsel während des Studiums zurück an eine deutsche Hochschule gestaltet sich oft schwierig. Studierende müssen unter Umständen bestimmte Seminare nachholen. Deshalb sollte man sich gut über die Möglichkeiten im Ausland zu studieren informieren, Vor- und Nachteile abwägen und sich bei der Entscheidung sicher sein.

 

 

Auch in außereuropäischen Ländern weicht der Studienverlauf und -inhalt oftmals von dem von europäischen Hochschulen ab. Das trifft z.B. für die USA oder Kanada zu. Teilweise variiert die Regelstudienzeit/ vorgeschriebene Dauer des Studiums außerhalb Europas und von Land zu Land stark. Die Abschlüsse werden folglich nicht ohne weiteres in Deutschland/Europa anerkannt. Hier müssen sich Auslandsstudierende unbedingt beim International Office der Hochschule erkundigen und im Internet Recherche betreiben. Es gilt zu überprüfen, welche Voraussetzungen für eine Anerkennung in Deutschland gegeben sein müssen.

Die zukünftige Berufswahl ist entscheidend für ein Studium im Ausland

Jeder, der ein Vollstudium im Ausland in Erwägung zieht, sollte sich bereits über seine berufliche Zukunft im Klaren sein. Es hängt von der jeweiligen Fachrichtung ab, ob sich aus einem kompletten Auslandsstudium Vorteile für die berufliche Laufbahn ergeben. Bei reglementierten Berufen ist generell eher von einem Auslandsstudium abzuraten. Das gilt demnach auch für Lehramts- oder Jura-Student/innen, die an das jeweilige staatliche Rechts- oder Schulsystem gebunden sind. Auf dem Internet-Portal "anabin" ("Das Infoportal zu ausländischen Bildungsabschlüssen") kann man sich informieren, welche Hochschulabschlüsse in Deutschland anerkannt werden.

Berufliche und akademische Anerkennung eines Studiums im Ausland

Es muss zwischen einer beruflichen und akademischen Anerkennung unterschieden werden. Bei im Ausland erworbenen Abschlüsse entscheidet die deutsche Hochschule über die Anerkennung. Meist sind die Länge und Studieninhalte ausschlaggebend. In Deutschland muss ein Hochschulabschluss in der Regel mindestens 3 Jahre dauern. Deshalb wird ein in den USA erlangter zweijähriger "Associate Degree" in Deutschland z.B. nicht als vollwertiger Hochschulabschluss anerkannt. Die berufliche Anerkennung von im Ausland erworbenen Studienabschüssen ist hingegen gesetzlich auf Landes-/oder Bundesebene festgelegt. Für reglementierte Berufe ist ein Anerkennungsbescheid notwendig. Bei nicht reglementierten Berufen entscheidet meist der oder die Arbeitgeber/in. Berufseinsteiger/innen können sich über ihren Abschluss z.B. von der "Zentralstelle für ausländische Bildungswesen" (ZAB) eine Zeugnisbewertung nach deutschem Standard ausstellen lassen.

Finanzierung und Förderung eines Studiums im Ausland

Tipps

Förderungsmöglichkeiten:

Weitere Infos einholen:

 

Ein komplettes Auslandsstudium ist relativ kostspielig. Zwar fallen in einigen Ländern teilweise die Studiengebühren weg (z.B. Skandinavien). Gleichzeitig können die Lebenshaltungskosten jedoch um einiges höher sein als in Deutschland. Außerdem müssen die Kosten für An-und Abreise sowie die Studiengebühren (in den US beispielsweise bis zu US$ 40.000) mit einkalkuliert werden. In osteuropäischen Ländern und Schwellenländern des Globalen Südens fallen die Ausgaben für Miete etc. meist deutlich geringer aus. Weitere Kosten entstehen durch die möglicherweise notwendige Beantragung eines Visums, sowie den Abschluss einer (Auslands-)Krankenversicherung.

Es gibt eine Vielzahl an Stipendien, durch die ein Teil der Studiengebühren und Lebenshaltungskosten abgedeckt werden kann.

 

(Bildquellen: Pixabay / Bishnu Sarangi, Pixabay / Natalie Gi)

Zusammenfassung



Altersgrenze:

Ab 18 Jahren

Einsatzdauer:

3 Jahre und mehr

Finanzielle Eigenkosten:
  • Lebenshaltungskosten
  • Ab- und Abreise
  • Versicherung
Zielländer:

In Europa und weltweit (USA, Kanada, Australien, China u.a.)

Finanzielle Förderungen:
  • Stipendien
  • AuslandsBAföG (teilweise)
Bewerbungsaufwand:

Mittel - hoch