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In die Welt der Freiwilligenarbeit schnuppern

Du willst dich ehrenamtlich für eine spezielle Sache engagieren? Du bist Team-Player und würdest gerne in einer Gruppe arbeiten? Du möchtest für eine kurze Zeit in die Welt der Freiwilligendienste "hineinschnuppern"? All das und vieles mehr vereinen weltweit angebotene "internationale Workcamps".

Was Länder, Alters- und Zielgruppen betrifft, gibt es hier zahlreiche Auswahlmöglichkeiten! Auch die möglichen Einsatzbereiche sind vielfältig, bieten allen Interessierten interkulturelle Erfahrungen im Ausland und Einblicke in verschiedene Berufsfelder.

Was sind Workcamps und welche Einsatzbereiche sind möglich?

Es ist besser, etwas einmal selbst zu sehen, als tausendmal davon zu hören. - Asiatisches Sprichwort

Internationale Workcamps sind Programme, in denen sich Personen aus unterschiedlichen Ländern zu kleinen Gruppen zusammenschließen, um sich für einen begrenzten Zeitraum in einem gemeinnützigen Projekt zu engagieren und zusammen zu leben. Workcamps fördern somit die interkulturelle Verständigung und ein friedliches Zusammenleben.

Die Arbeit ist ehrenamtlich, das heißt unentgeltlich. Durch ihr zivilgesellschaftliches Engagement unterstützen Teilnehmende Projekte aus dem sozialen, ökologischen, denkmalpflegerischen oder kulturellen Bereich. Beispielsweise gibt es Einsatzstellen in Alten- und Obdachlosenheimen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Naturschutz-, Jugend-, Bildungs-, und Renovierungsprojekten sowie auf Kulturveranstaltungen.

Alternativ zum Workcamp gibt es gelegentlich die Möglichkeit in sogenannten "Study Camps" mitzuarbeiten. Hier liegt der Fokus auf theorie-orientierten Seminaren, Workshops und Diskussionsrunden zu historischen, ökologischen oder weltpolitischen Themen.

Wer bietet Workcamps an?

Workcamps werden im In- und Ausland von sogenannten "Entsendeorganisationen" angeboten. Die Entsendeorganisationen sind eingetragene und gemeinnützige Freiwilligenorganisationen. Sie arbeiten mit ausländischen Partnerorganisationen zusammen und vermitteln Workcamp Plätze an die Freiwilligen.

Die "Trägerkonferenz der internationalen Jugendgemeinschafts- und Jugendsozialdienste" vereint mit 6 Zentralstellen die gemeinsamen Interessen von ca. 60 einzelnen Organisationen und vertritt diese gegenüber der Bundesrepublik Deutschland. Sie entwickelt gemeinsame Qualitätsstandards für internationale Jugendgemeinschafts- und Jugendsozialdienste.

Des Weiteren gibt es Fördervereinigungen, welche die Entsendeorganisationen und deren Workcamp Programme finanziell unterstützen. Manche Entsendeorganisationen investieren einen Teil dieser Gelder in die Bezuschussung der Fahrtkosten der Teilnehmenden. Eine Liste möglicher  Entsendeorganisationen und Förderer kann auf der Homepage des Informationsportals workcamps.org aufgerufen werden.

Arbeitszeiten, Freizeit und Unterkunft

Fakten

  • In die Freiwilligenarbeit hineinschnuppern
  • Junge Menschen aus aller Welt treffen
  • Mitarbeit in einem gemeinnützigen Projekt
  • Workcamps von Entsendeorganisationen im In- und Ausland angeboten
  • Mitarbeit als "Teamer/in" gegen kleines Honorar
  • Meist gute Englischkenntnisse Voraussetzung

Die Arbeitszeiten in Workcamps betragen in der Regel zwischen 4 und 6 Stunden pro Tag von Montag bis Freitag. Die Nachmittage oder Wochenenden sind oft frei. In den meisten Projekten wird ein großer Wert auf Selbstverpflegung gelegt, wobei den Teilnehmenden Nahrungsmittel oder ein Budget für die Verpflegung zur Verfügung gestellt werden.

In der Freizeit werden häufig Gruppenaktivitäten organisiert, es bleibt aber meist genügend Zeit, um die Gegend zu erkunden, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder Kontakte zu Einheimischen oder anderen Camp-Teilnehmenden zu knüpfen und zu pflegen.

Während ihres Aufenthalts wohnen die Freiwilligen kostenlos in einer vom Workcamp bereit gestellten Unterkunft. Meist handelt es sich um einfache Unterkünfte, wie zum Beispiel Schulen, Turnhallen oder Gemeindesäle, seltener auch Jugendherbergen, Zelt-Camps oder Unterkünfte mit mehreren Zimmern.

Wer kann an einem Workcamp teilnehmen?

Wer kann an einem Workcamp teilnehmen?

Die meisten Workcamps richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 25 bzw. 30 Jahren. Es werden jedoch auch Workcamps für Jüngere und Senioren angeboten. Darüber hinaus gibt es generationenübergreifende Workcamps, sowie solche für Personen mit körperlichen Einschränkungen.

 

Teenage Camps

Für Teenager zwischen 14 bzw. 15 und 17 Jahren besteht die Möglichkeit, an sogenannten "Teenage Camps" teilzunehmen. Die Jugendlichen arbeiten hier an einem gemeinsamen Projekt. Dabei sind die Arbeitszeiten kürzer als bei einem üblichen Workcamp. Neben der Projektarbeit stehen gemeinsame Freizeitaktivitäten im Vordergrund. Die Teilnehmenden werden von Betreuer/innen beaufsichtigt, die speziell auf die Begleitung von Jugendlichen vorbereitet wurden. Für die Teilnahme muss meist eine Einverständniserklärung der Eltern eingereicht werden. Teenager ab 16 bzw. 17 Jahren können zum Teil auch an Workcamps für Ältere teilnehmen.

Die Teilnehmenden kommen meist aus der ganzen Welt. Manche Workcamps beschränken ihr Angebot jedoch auf Jugendliche aus bestimmten Nationen. Da Englisch die am meisten gesprochene Sprache in Workcamps darstellt, sollten die Kids und Teenager über gute Englischkenntnisse verfügen.

 

Workcamp Leiter/in werden

Interessierte, die schon einmal Teilnehmende an einem Workcamp waren und darüber hinaus über Leitungserfahrung verfügen können auch als Workcamp-Leiter/innen, sogenannte "Teamer", in einem Workcamp mitarbeiten und erhalten dafür ein Honorar. In mehrtägigen Seminaren wird man auf die Tätigkeit als Teamer vorbereitet.

In welchen Ländern gibt es Workcamps?

Workcamps gibt es in Deutschland, im europäischen Ausland und außerhalb Europas. Mehr als 2.000 internationale Workcamps in über 100 Ländern stehen zur Auswahl. Im europäischen Ausland werden Workcamps zum Beispiel in Finnland, Frankreich, Dänemark, Estland, Polen oder Spanien angeboten. Außerhalb Europas ist die Teilnahme zum Beispiel in Bolivien, Japan, Kanada, Korea, Marokko, Mexiko, Tansania oder in den USA möglich.

Dauer und Termine eines Workcamps

Ein Workcamp ist ein kürzerer Freiwilligendienst und dauert zwischen 2 und 4 Wochen. Workcamps finden meist in den Sommermonaten statt, manchmal auch im Frühling oder Winter. Teilgenommen werden kann in den Schulferien, zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung/des Studiums, in den Semesterferien oder im Urlaub. Eine rechtzeitige Planung ist ratsam, da die Anmeldezeiträume meist 3 bis 4 Monate vor Beginn des Workcamps enden oder die Programme bald ausgebucht sind.

Kosten eines Workcamps

Die Teilnahme an Workcamps im Ausland ist relativ kostengünstig. An die Entsendeorganisationen müssen geringe Teilnahmegebühren entrichtet werden. Weitere Kosten fallen zum Beispiel für die An- und Abreise, Visum und Versicherungen an. Unterkunft und Verpflegung sind frei.

Organisation des Einsatzes– wie gehe ich vor?

Für die Teilnahme an Workcamps im Ausland, müssen sich Interessierte bei einer Entsendeorganisation im eigenen Land anmelden. Eine Bewerbung ist meist nicht nötig. Oft reicht die Anmeldung per Online-Formular aus, das auf der Homepage oder in den Broschüren der Organisation zu finden ist. Teilnehmende erhalten von der Entsendeorganisation alle wichtigen Informationen.

Ein relativ hohes Maß an Eigeninitiative hinsichtlich Vorbereitung und Flugbuchung ist dennoch gefragt. Manchmal wird die Flugbuchung auch von der Entsendeorganisation in die Hand genommen. Die Anreise geschieht alleine oder in Gruppen.

Abgrenzung zu anderen Auslandsaufenthalten und warum Workcamp?

Workcamps im Ausland bieten Teilnehmenden die Möglichkeit kürzere und relativ kostengünstige Freiwilligendienste zu absolvieren. Das interkulturelle und gemeinschaftliche Zusammenleben in der Gruppe ist ebenso kennzeichnend, wie die praktische Arbeit. Es können somit grundlegende Kenntnisse über einen bestimmten Arbeitsbereich und Erfahrungen mit fremden Kulturen und einem fremden Land gesammelt werden.

Darüber hinaus können Fremdsprachenkenntnisse erprobt werden. Die Mitarbeit in einem internationalen Workcamp zeichnet sich wie einem Freiwilligendienst durch Gemeinnützigkeit aus. Sie dient der interkulturellen Verständigung, wie auch der Entwicklung und Wahrung des Friedens zwischen den Völkern.

 

(Bildquellen: fotolia / vadymvdrobot, iStock / PeopleImages)

Zusammenfassung



Altersgrenze:

Durchschnittsalter 18 - 25 Jahre

Ebenso möglich: Workcamps für Kinder, für Jugendliche ab 15, ältere Altersgruppen und Senioren

Einsatzdauer:

2 bis 4 Wochen

Finanzielle Eigenkosten:

relativ geringe Vermittlungskosten an Entsendeorganisation

Verpflegung und Unterkunft meist frei

Zielländer:

weltweit über 100 Länder

Freie Plätze:

Bestimmte Anmeldefristen und begrenzte Teilnehmerplätze

Bewerbungsaufwand:

In der Regel Anmeldung per Formular 

Arbeitsbereich:

sozialer, ökologischer, kultureller; Denkmalpflege (u.a)